Das ORIGINAL: Der Athen Classics Marathon
Vier :Anläuferinnen berichten vom Original-Marathon in Athen.
Marathon 2007 in Athen
„Für denjenigen, der den meditativen, entspannten Lauf auf einer schier endlosen Geraden ohne besondere optische und akustische Reize liebt, ist die Strecke wahrscheinlich das Höchste. Der Wind und das Getrappel der Schuhe sind bisweilen das Einzige, was zu hören ist.“
So war mir bisher noch kein Marathon beschrieben worden. Mit diesem Auszug aus einem Erfahrungsbericht im Internet im Reisegepäck machten wir 4 (Conny, Silvia, Gabi und Moni ) uns Freitag den 2.11. 2007 auf den Weg nach Athen.
Was uns erwartete wussten wir nicht. Sehr schwer sollte der Lauf sein, hatten wir gelesen. Steigungen von km 10 bis km 32. Hitze. Wir waren gespannt und wollten nur ankommen.
Zunächst begrüßten uns Werner Otto und Matthias Gerkum von Otto Sportreisen in Athen am Flughafen.
Das Hotel ging so, es lag an einer lauten Straße und Conny und Silvia hatten das Pech, dass ihr Zimmer über einem Saal lag in dem eine griechische Hochzeit gefeiert wurde. Sie hatten in der ersten Nacht nicht viel geschlafen.
Samstag morgen wurden wir gemeinsam mit einem Bus nach Marathon hinausgefahren. Streckenbesichtigung und Besuch des Marathonmuseums waren angesagt.
Unterwegs ging es lange Strecken beständig bergab so dass mir schon ganz anders wurde bei der Vorstellung dort wieder hoch laufen zu müssen. Zum Abschluss der Fahrt sahen wir noch das Olympiastadion in Athen wo wir am nächsten Tag einlaufen wollten. Ein Stadion mit Marmorbänken für 70000 Zuschauer.
Den Nachmittag konnten wir frei gestalten. Wir vier spazierten auf die Akropolis wo wir von den jahrtausende alten Bauwerken und der Aussicht auf Athen beeindruckt, den Lauf vorübergehend völlig vergaßen.
Abends gab es noch eine Pasta Party im Hotel. Conny und Silvia wollten früh schlafen und waren ganz entsetzt als man sich im Saal erneut zu einer griechischen Hochzeit rüstete. Ein freies Zimmer gab es nicht mehr. Matthias und Werner boten den beiden ihr eigenes Zimmer zum Tausch an.
Sonntag morgen ging es dann in aller Frühe nach Marathon. Die Stimmung am Start war gut aber anders als bei unseren Citymarathons wo mit Aufwärmgymnastik und Musik für Stimmung gesorgt wird.
Es gab eine Blaskapelle und das olympische Feuer brannte.
Der Startschuss fiel und ca. 3000 Läufer, darunter nur knapp 600 Frauen setzten sich in Bewegung.
Wir hatten uns vorgenommen auf den ersten 10 km die eben waren 6.30 zu laufen und haben das auch eingehalten. Die 10 km Marke erreichten wir nach 1 Std. 04.
Die Wasserversorgung war gut. Es gab 500 ml Flaschen, schon aufgeschraubt, mit auf den Weg .
Das mit den fehlenden optischen Reizen stimmte für unser Empfinden nicht. Ausgedehnte Gewerbegebiete waren zwar etwas monoton aber die mediterrane Landschaft ist für Siegerländer schon reizvoll.
Zuschauer waren wenig vertreten. In den Dörfern standen nur vereinzelt Menschen, es waren aber immer welche darunter die uns „bravo, bravo“ zuriefen.
Es war eine gute Erfahrung nicht von Sambatrommeln, Adrenalin und Beifallgeklatsche vorwärts getrieben zu werden. Oft hörte man wirklich nur das Trappeln der Schuhe. Ich hatte aber das Gefühl mehr aus eigener Kraft zu laufen
und mehr bei mir selber zu sein.
Der Himmel war zunächst bedeckt worüber ich sehr froh war. Wir waren bei 16 Grad gestartet. Ein ganz ganz leichter Nieselregen begleitete uns. Bei km 19 wollte die Sonne durchbrechen und es wurde sofort heißer. Dann zog es sich wieder zu und blieb bis ins Ziel bedeckt und nieselig. Bei dieser schweren Strecke doch ein Glück.
Ab km 10 hatten wir dann immer wieder lang gezogene Steigungen. Manche bemerkten wir hauptsächlich durch verlängerte km Zeiten auf der Uhr. Es ging auch mal runter, dann wieder steiler rauf. Die Hälfte hatten wir so bei 2 Std. 18 geschafft.
Der Teerbelag war sehr grob und irgendwie schwierig zu laufen. Vom Nieselregen war es auch ein wenig glatt. Sehr viele Läufer sahen wir um diese Zeit schon gehen.
Wir waren aber noch gut drauf.
Die 30 km Marke erreichten wir bei ca.3 Std. 22.
Ich kämpfte schon sehr und musste zwischendurch mehrmals gehen.
Die Steigungen hielten an bis km 32. Ich war inzwischen hinter den dreien zurückgeblieben, erreichte aber doch wieder ein gutes Tempo von 6.30 auf die letzten 10 km, die flach oder leicht abschüssig waren.
So erreichten wir glücklich das Stadion. Conny, Silvia uns Gabi in Bestzeit.
Wir waren glücklich als wir die Medaille umgehängt bekamen.
Wir hatten den Athen Classics Marathon geschafft.
Der Reiseveranstalter war anwesend um jeden aus der Gruppe zu empfangen und zu gratulieren.
Am Nachmittag gab es noch eine Marathonnachlese. Jeder Reiseteilnehmer bekam einen vergoldeten Olivenzweig und konnte sich als Sieger fühlen.
Den Reiseveranstalter Werner Otto kann man empfehlen.
Montag morgen sind wir, vor Muskelkater kaum in der Lage eine Stufe hinab zu steigen, mit einem Überlandbus in ein Dorf am Peloponnes zu Gabis Ferienhaus gefahren.
Wir haben dort noch 4 sehr schöne Tage verlebt, im glasklaren, blaugrünen Meer gebadet, die Ausgrabungsstätten von Mykene besichtigt, schöne Steine gesammelt.
Ein Ausflug zu einem Kloster hoch im Gebirge war ein besonderes Highlight.
Wir haben auch noch einmal die Laufschuhe angezogen und sind in :anlaufkleidung
die Strecke gelaufen die Gabi dort immer trainiert, eine Laufstrecke mit Meeresblick und Steigungen.
Zwischen Oliven- und Feigenbäumen sind wir spazieren gegangen. Ich wurde von Eselsgeschrei und Ziegengemecker geweckt und konnte mir zum Frühstück eine Apfelsine pflücken.
Der Athenmarathon hatte seinen ganz eigenen Charakter und wir werden ihn und diese schöne Woche nicht vergessen und bedanken uns bei Gabi und Jürgen.
Monika
